Deutschland befindet sich im Moment fraglos, wie viele andere Länder der Welt, in einer politisch und gesellschaftlich hochkomplexen, fragilen Lage. Die öffentliche Stimmung ist von zunehmender Unsicherheit, wachsender Sorge und einem spürbaren Vertrauensverlust in Politik und Institutionen geprägt. Aktuelle Daten zeigen: So besorgt wie heute waren die Menschen in Deutschland seit rund zwei Jahrzehnten nicht mehr. Gleichzeitig fällt der Blick in die Zukunft hierzulande deutlich pessimistischer aus als im europäischen Durchschnitt, sowohl mit Blick auf die weltpolitische Lage als auch auf die Entwicklung des eigenen Landes.
Diese Stimmung ist kein diffuses Hintergrundrauschen, sondern prägt konkret die politischen Prioritäten der Bürgerinnen und Bürger. Migration bleibt eines der dominierenden Themen. Zugleich gewinnen wirtschaftliche Fragen und Sicherheitsaspekte sichtbar an Bedeutung. Besonders deutlich wird dies beim Blick auf die wirtschaftliche Lage: Das Vertrauen in die Stärke der deutschen Wirtschaft ist stark gesunken. Auch die Wahrnehmung internationaler Entwicklungen hat sich verschärft und Bedrohungsgefühle gegenüber dem Zustand der Welt erreichen einen Höchststand.
Für Politik und Zivilgesellschaft ist das ein ernstzunehmendes Signal. Denn gesellschaftliche Grundstimmungen schlagen sich zunehmend auch in politischen Bewertungen nieder. Die Zufriedenheit mit der Bundesregierung ist niedrig und führende Vertreter der Regierung stoßen seit Beginn ihrer Amtsperiode nur auf verhaltene Zustimmung.
Gleichzeitig verändert sich der politische Wettbewerb. In den vergangenen Monaten haben insbesondere die politischen Ränder an Unterstützung gewonnen. Regional zeigen sich dabei unterschiedliche Muster: Während in westdeutschen Bundesländern mehrere Parteien eher gleichauf liegen, liegt die AfD in ostdeutschen Ländern in aktuellen Umfragen klar vorn.
Wer die politische Lage in Deutschland verstehen will, muss deshalb mehr betrachten als einzelne Umfragewerte. Das Zusammenspiel aus gesellschaftlicher Verunsicherung, ökonomischer Skepsis und sicherheitspolitischen Sorgen führt zu einer einer politischen Landschaft, die sich spürbar neu ordnet.
Diese Zusammenhänge hat Dr. Sophia McDonnell im März 2026 für Mitglieder des Europäischen Parlaments näher beleuchtet. Sie bot einen kompakten, datenbasierten Überblick über die aktuelle politische Stimmung in Deutschland und zeigte auf, welche Themen die öffentliche Debatte derzeit besonders prägen. Die Präsentationsunterlagen sind in englischer Sprache nun als Download für Interessierte verfügbar.
Aus unserer laufenden Arbeit
18 Mär 2026
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