Case Studies

Menschen in Deutschland (MiD)

Geschrieben von Verian Germany DE | 22.01.2026 08:43:33

Studienvorstellung und Hintergrund

Ziel der Studie ist es, verallgemeiner­bare Erkenntnisse zu Umfang, Formen und sozialräumlicher Ver­breitung politisch-extremistischer Ein­stellungen in der Bevölkerung und deren Veränderungen im Zeit­verlauf zu gewinnen. Dabei werden neben individuellen Einstellungen und Verhaltensbereitschaften auch subjektive Wahrnehmungen und Bewertungen politischer Extremismen sowie gesellschaftliche Prozesse und Entwicklungen einbezogen, die die Entstehung von politischen Extremismen begünstigen.

MiD wird als Teil­projekt des Spitzenforschungsclusters „Monitoringsystem und Transferplattform Radikali­sierung (MOTRA)“ durchgeführt, der eingerichtet wurde, um den wachsenden Herausforderungen durch politisch-extremistische Einstellungen und Radikalisierungsprozesse in der Bevölkerung zu be­gegnen.

Verian ist seit 2021 von der Universität Hamburg, Lehrstuhl für Kriminologie, mit der Durchführung der nationalen Repräsentativerhebungen, in der jährlich mehr als 4.000 Personen ab 18 Jahren befragt werden, beauftragt. Neben der Befragung der allgemeinen Bevölkerung liegt ein besonderer Fokus darauf, auch für Menschen mit Migrationshintergrund, insbesondere aus muslimisch geprägten Herkunftsländern, belast­bare und aussagekräftige Daten zu erheben.

Ergänzt wird MiD - Menschen in Deutschland regelmäßig durch Jugendstudien, die die Altersspanne von 16 bis 21 Jahren abdecken und die genannten Themenfelder im Hinblick auf Jugendliche und junge Erwachsene untersuchen. 

Herausforderung

Die besondere Herausforderung besteht in der Verknüpfung von Inhalten, Zielpopulation und dem Anspruch, valide Daten zu erheben, die sowohl die Gesamtbevölkerung als auch spezi­fische migrantische Teilgruppen repräsentativ abbilden. Notwendig hierfür sind die Sicherstellung einer hohen Stichprobenqualität in einem zufallsbasierten und hochrechenbaren Studiendesign sowie eine hohe Teilnahmequote insbesondere bei schwer erreichbaren Zielgruppen.

Vorgehen

Für die Studie „Menschen in Deutschland (MiD)“ wurde ein innovatives Studiendesign entwickelt, das auf einer Einwohnermeldeamtsstichprobe basiert und durch ein onomastisches Screeningverfahren gezielt Personen mit Migrationshintergrund, insbesondere aus muslimisch geprägten Herkunftsländern, identifiziert, die dann überproportional in die Stichprobe Eingang finden. Durch die geschichtete Stichprobenanlage ist es möglich, Aussagen auch über Teilgruppen innerhalb der Personen mit Migrationshintergrund zu treffen und diese zu analysieren.

In den ersten vier Erhebungswellen von 2021 bis 2024 erfolgte die Befragung im Mixed-Mode Design sowohl anhand von Papier- als auch Online-Fragebögen. Seit 2025 wird die Datenerhebung aus­schließlich als selbstadministriertes Online-Interview durchgeführt, in den Erhebungen ab 2025 ist zudem eine Panelkomponente ergänzt.

Zur Minimierung von Sprachbarrieren und Erhöhung der Teilnahmebereitschaft schwer zu erreichender Teilgruppen wurden der Fragebogen und alle relevanten Studienmaterialien in die relevanten Sprachen übersetzt.

Die Datenaufbereitung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit der Universität Hamburg nach wissen­schaftlichen Standards. Die Daten wurden dabei von Verian durch eine umfassende Gewichtung er­gänzt, um belastbare und repräsentative Analysen sicherzustellen.

Die Laufzeit des aktuellen Projektes endet mit der Erhebung 2027, eine Fortführung ist geplant.  

Relevanz

Die Studie „Menschen in Deutschland (MiD)“ liefert seit 2021 jährlich belastbare Daten zu Einstellungen, Wahrnehmungen und Verhaltensbereitschaften im Kontext politisch-extremistischer Radikalisierung in der deutschen Bevölkerung. Damit bietet sie eine zentrale Grundlage zur Früherkennung, Prävention und Bekämpfung von Radikaliserungsprozessen.

Durch die Kombination aus jährlichen Querschnittserhebungen und der seit 2025 ergänzten Panel-komponente ermöglicht MiD präzise Trendanalysen und Einblicke in die Veränderung von extremistischen Einstellungen und Radikalisierung im Zeitverlauf.

Die Ergebnisse der Studie fließen ein in den bundesweiten Forschungsverbund MOTRA, der als Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis fungiert. Der Forschungsbericht, sowie Kurzergebnisse der Studie werden auf der Projektwebseite der Universität Hamburg und der MiD-Studienwebseite veröffentlicht.

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